Der Gründer Jugoslawiens!!!
Josip
Broz Tito stammte einer bäuerlichen Familie in Kumrovec (heute Kroatien),
das zur Zeit seiner Geburt zu Österreich-Ungarn gehörte. Sein Vater
(Franjo) war Kroate, dessen Vorfahren aus dem damals ebenfalls zu Österreich-Ungarn
gehörenden Welschtirol (heute Trentino, Italien), eingewandert waren, seine
Mutter (Marija) war Slowenin.
Er machteSchlosserlehre in Sisak und trat 1910 in die sozialistische Partei
ein. Er arbeitete als Metallarbeiter in Zagreb, Kamnik, in der Tschechoslowakei
und in Deutschland.Danach arbeitete er als einfahrer bei Daimler.
1913 ging er in die Armee als dan der 1 Weltkrieg ausbrach wurde er Unteroffzier.
1915 war er in Russischer Gefangenschaft.
Während der Februarrevolution 1917 wurde er befreit und kam im Juni nach
Petrograd, wo er sich politisch betätigte. Tito wurde Zeuge der Oktoberrevolution
und trat in jenen Tagen in die Rote Garde (Rote Armee) ein. Auf ihrer Seite
kämpfte er im Bürgerkrieg zwischen den Bolschewiki und ihren Gegnern.
Erst 1920 kehrte er in seine Heimat zurück, die nun zum neu geschaffenen
Königreich Jugoslawien gehörte.
Josip Broz schloss sich nach seiner
Heimkehr der Partei Jugoslawiens an. Als Schmied und Schlosser ausgebildet,
benutzte Broz in den zwanziger Jahren seine Kenntnisse zur Verfertigung von
Nachschlüsseln und Brecheisen, wurde als Einbrecher verurteilt und kam
im Jahr 1928 durch eine allgemeine Amnestie frei. Die Akten der jugoslawischen
Polizei ergeben seine Beteiligung an einem Raubüberfall in dem Dorf Kaiserica
bei Zagreb im Februar 1935, bei der einige Landgendarmen verwundet wurden und
einer ums Leben kam. Sie ergeben die Beteiligung von Josip Broz an einer Geldfälscherbande.
Der Staatsanwalt in Zagreb ließ Broz wegen der Fälschung von 733
Stück jugoslawischer 50-Dinar-Noten verfolgen. 1927 wurde er zum Sekretär
der Metallarbeitergewerkschaft gewählt. Da die KPJ damals verboten war,
wurde er wegen politischer Agitation mehrmals inhaftiert, zuletzt von 1928 bis
1934. Nach seiner Entlassung emigrierte er nach Paris, wurde aber noch im gleichen
Jahr in das Zentralkomitee des Politbüros der KPJ gewählt.
In den Jahren von 1936 bis 1938 engagierte sich Tito, auf der Seite der Republikaner
im Spanischen Bürgerkrieg, wo er der Verantwortliche für die Einschleusung
von 11.000 Jugoslawen nach Spanien war, die bis auf einen Rest von weniger als
1.000 Menschen später nicht mehr nach Jugoslawien zurückkehrten. Tito
war an der Seite des französischen Kommunistenführers Andre Marty
in Albacete, Spanien, an der militärischen Schulung der Kommunisten der
Internationalen Brigade beteiligt. 1937 ernannte ihn die Komintern zum Generalsekretär
der KPJ, eine Funktion, in der er 1940 durch eine Nationalkonferenz seiner Partei
bestätigt wurde.
http://youtube.com/watch?v=1H2Non8j4CQ
Am 25. März 1941 unterzeichnet die Regierung den Beitritt zum Dreimächtepakt.
In der zweiten Nacht darauf vollzieht sich in Belgrad der Putsch unter Führung
des Generals Simovic. Nachdem Nazi-Deutschland Jugoslawien im April 1941 überfallen
hatte (Balkankrieg), organisierte Tito den bewaffneten Widerstand der jugoslawischen
Kommunisten gegen die deutschen und italienischen Besatzer in Form des Partisanenkrieges.
Während des Krieges gelang es den kommunistischen Jugoslawiens unter der
Führung Titos, sich gegen die Besatzer und die mit ihnen verbündete
faschistische Ustascha-Bewegung aus Kroatien mit massiver Unterstützung
der Briten und Sowjets durchzusetzen. Vor allem in Serbien kämpften sie
gegen die zunächst kollaborierenden Tschetnik-Freischärler. Die Volksbefreiungsarmee,
wie die Partisanen sich nannten, konnte sich als politisch einflussreichste
Gruppe etablieren. Während des Widerstandskampfes wurde Tito zum Marschall
ernannt und stand ab dem 29. November 1943 an der Spitze des Antifaschistischen
Rates der Nationalen Befreiung (AVNOJ), der eine provisorische Regierung bildete
und weite Teile des besetzten Landes kontrollierte.
Seit Ende 1944 übte der Antifaschistische Rat die Macht in ganz Jugoslawien
aus. Er wurde auch von den Alliierten anerkannt und vor allem vom britischen
Premier Winston Churchill unterstützt. Bereits während des Krieges
zielte Titos Diplomatie darauf ab, ein Gleichgewicht zwischen den Westmächten
und der Sowjetunion zu halten - einerseits, um im Befreiungskampf von beiden
Seiten unterstützt zu werden, andererseits, um nach dem Krieg weiter unabhängig
agieren zu können.
Jugoslawien zwischen 1945-1991
Nach Kriegsende ließ sich Tito in einer Volksbefragung den Machterhalt
bestätigen. Am 29. November 1945 wurde er Ministerpräsident der Volksrepublik
Jugoslawien. Bis 1953 betrieb er mit Hilfe der Nationalen Volksbefreiungsfront
und der KPJ die Umwandlung Jugoslawiens in einen sozialistischen Staat.
Zudem nahm er für Jugoslawien
in Anspruch, einen eigenen Weg zum Sozialismus zu gehen, der im Kern ein gewisses
Maß an Selbstverwaltung der Betriebe vorsah. Dieser so genannte Titoismus
brachte das Land in Gegensatz zu den sowjetischen Hegemoniebestrebungen und
führte 1948 zum Bruch zwischen Tito und Stalin. Die Auseinandersetzung
wurde mit erbitterter Härte geführt. Stalin versuchte vergeblich,
die jugoslawische Partei gegen Tito aufzuhetzen und drohte ihm in der Prawda
öffentlich mit Mord. Die Einladung Stalins, in Moskau die Differenzen „freundschaftlich“
zu besprechen, lehnte Tito folglich ab. Am 29. November 1949 riefen die Kominform-Mitglieder
offen zum Sturz von Tito und zum Kampf gegen den Titoismus auf. Im Zuge der
Entstalinisierung nach Stalins Tod unter Nikita Chruschtschow (1956) und der
Auflösung des Kominform kam es wieder zu normalen Beziehungen mit der Sowjetunion.
Innenpolitisch verfolgte Tito weiterhin einen autoritären Regierungsstil,
obwohl es nach der Absetzung des Sicherheitschefs Aleksandar Rankovic 1966 zu
einer deutlichen Liberalisierung der jugoslawischen Gesellschaft kam, die sich
z.B. in einer relativen Freiheit von Kunst und Kultur ausdrückte. Den Einmarsch
von Truppen des Warschauer Paktes in die CSSR 1968 verurteilte Tito scharf,
was sein Image im westlichen Ausland zusätzlich verbesserte. Im Jahr 1971
wandte er sich gegen nationalistische Demonstrationen in Kroatien. Auf diesen
sogenannten Kroatischen Frühling reagierte Tito mit Massenverhaftungen,
da er den Kern des jugoslawischen Sozialismus, die „Brüderlichkeit
und Einheit“ (Bratstvo i Jedinstvo) angegriffen sah. Die Ereignisse führten
jedoch dazu, dass Jugoslawien 1974 auf Initiative Titos eine neue Verfassung
erhielt, die den Föderalismus stärker betonte. Dies war, neben einer
neuen Aufteilung der erwirtschafteten Devisen, eine der Forderungen des Kroatischen
Frühlings.Am 4.Mai 1980 starb Tito.